
Lech und Lechfall
Der Lech war immer schon eine der Lebensadern Füssens. Bereits im Mittelalter transportierten die Füssener Lechflößer Holz und Handelswaren flussabwärts zur Donau. Unterhalb der Altstadt und am gegenüberliegenden Südufer lagen damals die Floßländen, wo die Flöße zusammengefügt wurden, und die mit Wasserkraft betriebenen Mühlen der Stadt.
Heute wird der Lech in erster Linie zur Energiegewinnung genutzt. Der 1954 nördlich von Füssen erstmals aufgestaute Forggensee dient als Kopfspeicher für die lechabwärts gelegene Kraftwerkstreppe und reguliert den Wasserdurchfluss.
Unregulierte Flussabschnitte mit einer artenreichen Auwaldflora und –fauna kann man heute neben der Litzauer Schleife bei Burggen vor allem im Tiroler Lechtal entdecken, wo der Lech seinen Wildflusscharakter bewahrt hat. 2012 wird in diesem Bereich eine neue Weitwanderroute eröffnet. Der „Lechweg“ begleitet dann den Fluss von seiner Quelle bei Lech am Arlberg bis zum Lechfall südlich der Füssener Altstadt.
Am Lechfall ergießt sich der Lech über eine im 18. Jahrhundert angelegte Staustufe in eine enge Klamm, bevor er unterhalb der Engstelle in einem breiten Bett an Füssen vorbei fließt. Eindrucksvolle Hochwassermarken am westlichen Ufer dokumentieren die Kraft, die der Fluss vor allem nach dem Beginn der Schneeschmelze in den Frühsommermonaten entwickelt.
Einige Meter nördlich vom Maxsteg führt vom Parkplatz am Ostufer ein kleiner Pfad auf den Uferfelsen zum „Magnustritt“. Hier soll der heilige Magnus (St. Mang), der Apostel des Allgäus und Gründer der ersten christlichen Zelle auf Füssener Boden, auf der Flucht mit einem gewaltigen Satz über den Lech gesprungen sein. Die Magnussage lokalisiert einige ovalen Vertiefungen im Uferfelsen als Absprungstelle.
Am gegenüberliegenden Ufer ist die Büste des bayerischen Königs Maximilian II. in den Felsen eingelassen. Nach dem Vater Ludwigs II. ist auch der Maxsteg benannt, der den Lechfall überspannt und den besten Blick in die Klamm bietet.


